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27. Oktober 2011

Keine Fahrplanverbesserungen auf der Rhönbahn Fulda - Gersfeld


(pbb) Fulda – Ein Blick in die elektronische Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn AG verrät, dass die Neuvergabe des Schienenverkehrs auf der Rhönbahn ab Dezember 2011 leider nicht zu einer Verbesserung des Fahrplanangebots führt. Wie der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus Osthessen mit Sitz in Lauterbach mitteilt, bleibt es montags bis freitags bei der letzten Abfahrt in Fulda bereits um 19.20 Uhr.

„Die Beibehaltung dieser Fahrplangestaltung ist enttäuschend“, so Vorstandsmitglied Michael Kolb, „da sie den geänderten Realitäten der Geschäfts- und Arbeitswelt keine Rechnung trägt.“ Wenigstens die Wiedereinführung eines abendlichen Zugpaares mit Abfahrt um 20.20 Uhr in Fulda hätte man sich von der Neuausschreibung des Verkehrs erhoffen können. Der Fahrplan ist wesentlichstes Qualitätsmerkmal einer Nahverkehrslinie. Nur darüber lassen sich langfristig auch zusätzliche Fahrgäste gewinnen. Der Ersatz von Zugverbindungen durch abendliche Busse (20.25 – und 21.25 Uhr ab Fulda) macht auf der Rhönbahn volks- und betriebswirtschaftlich keinen Sinn, weil die Fixkosten für den Streckenbetrieb und die Instandhaltung ja bleiben. Auch die Fixkosten für die Züge bleiben bestehen, weil man ja nicht weniger Züge benötigt, sondern die eh vorhandenen Züge einfach nur länger herumstehen. „Ob die Kalkulation der DB Netz AG und der HLB diesbezüglich angemessen sind“, so Kolb, „darf zumindest bezweifelt werden.“ Pro Bahn & Bus fordert den RMV auf, die Fahrplangestaltung auf der Rhönbahn vor diesem Hintergrund noch einmal zu überprüfen. Auch die LNG Fulda sowie der Landkreis sind hier gefordert, sich für eine Verbesserung des Fahrplans einzusetzen.

Ebenso ist das Fehlen einer Frühverbindung aus der Rhön am Wochenende auf Dauer nicht akzeptabel. Die erste Rhönbahn erreicht samstags Fulda erst um 8.56 Uhr (wochentags hingegen ist der erste Zug aus Gersfeld bereits um 5.32 Uhr in Fulda(!) , an Sonn- und Feiertagen gar erst um 10.56 Uhr den Bahnhof Fulda. Berufstätige mit Ziel Rhein-Main können z.B. samstags die Rhönbahn gar nicht nutzen, da der Betriebsbeginn viel zu spät ist und es noch nicht einmal ein Ersatzangebot in der Frühe gibt.

Daneben ist es ein Unding, dass die Ersatzbusse in den Fahrplänen nicht als Schienenersatzverkehr gekennzeichnet sind, sondern hierfür in der Vergangenheit eine eigene RMV-Liniennummer (592) eingeführt wurde. Dadurch tauchen die Busse in manchen Fahrplanmedien entweder gar nicht auf oder sind nur erschwert zu finden. „Wenn denn schon Busse als Zugersatz fahren, dann müssen sie auch im Zugfahrplan auftauchen“, so Kolb, „damit das Gesamtangebot für den Fahrgast deutlich wird.“ Auch die Nichtanerkennung von normalen Bahnfahrkarten (DPT-Tarif) in den abendlichen Schienenersatzverkehrsbussen sei ein fahrgastunfreundliches Mangel.

Pro Bahn & Bus begrüßt ausdrücklich die Ankündigung der HLB, dass alle Züge in Zukunft mit Zugbegleitern besetzt werden sollen. Das verringert die Schwarzfahrerquote und erhöht das Sicherheitsgefühl in den Zügen. „Früher hat man in die Strecken investiert, damit keine Zugbegleiter mehr mitfahren mussten, heute sieht man den Zugbegleiter aus einer anderen Perspektive“, freut sich Pro Bahn&Bus über diesen Wandel. Skeptisch ist der Fahrgastverband allerdings, ob das Platzangebot in den Zügen der Rhönbahn auch zukünftig am Bedarf ausgerichtet ist. „Wir werden insbesondere das Platzangebot im morgendlichen Schülerzug ab Fahrplanwechsel im Auge behalten und im Interesse der Fahrgäste - falls notwendig - aktiv werden“, so Kolb abschließend.
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