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14.10.11

Ausbau der Kinzigtalbahn: Pro Bahn & Bus fordert Raumordnungsverfahren


Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus begrüßt das Prüfergebnis zum Bedarfsplan zum Ausbau der Bundesschienenwege. Aus dem am Donnerstag in Berlin von Bundesverkehrsminister Dr. Ramsauer vorgestellten Gutachten geht klar die große verkehrliche Bedeutung des Ausbaus der Kinzigtalbahn sowie des Knoten Frankfurt/M hervor. Der nächste Schritt muss sein, konkrete Perspektiven zur Finanzierung zu eröffnen und endlich das längst überfällige Raumordnungsverfahren einzuleiten.

Der Bund hat die Schienenprojekte aus dem gültigen Bundesverkehrswegeplan 2003 überprüfen lassen, dessen Fortschreibung nicht vor 201r zu erwarten ist.

Die Ergebnisse sind in einem über 800-seitigen Gutachten zusammengefasst und im Internet veröffentlicht:

Wesentliche Ergebnisse aus Fahrgastsicht sind:

" Der Ausbau der Kinzigtalbahn erzeugt bundesweit Nutzen für den Personenfern- und Güterverkehr sowie zur Verbesserung des örtlichen Regionalverkehrs.

" Gegenüber früheren Planungen wurden ICE-Fahrzeugeinsatz sowie Streckenanforderungen von einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h auf 250 km/h reduziert.

" Leider wird erneut der Streckenausbau an sich mit der Einzelvariante "Mottgers-Spange" vermischt. Damit wird zugleich deutlich, dass die DB weiterhin die Variante Mottgers-Spange" favorisiert, obwohl es auch andere Ausbaulösungen gibt und diese anderen Lösungen auch zwingend zu prüfen sein werden. Dies widerspricht früheren Zusagen für eine varianten-offene Prüfung möglicher Trassen.

" Die Prüfannahmen zeigen ganz klar, dass beim Bau der "Mottgers-Spange" Aschaffenburg eine deutliche Verschlechterung bei seiner ICE-Bedienung hinnehmen müsste: 2-Stunden-Takt statt Stundentakt beim ICE-Verkehr und Verlust der Direktverbindungen nach München!

" Obwohl die "Mottgers-Spange" nach den neuen Annahmen güterzugtauglich gebaut werden soll, werden weiterhin die meisten Güterzüge über die Altstrecke verkehren. Eine spürbare Entlastung der Ortsdurchfahrten zwischen Wirtheim und Neuhof vom Güterverkehr, wie vor Ort gelegentlich noch immer geglaubt, wird es also mit einer "Mottgers-Spange" genau n i c h t geben.

" Erstmals wird für die dringend erforderliche Engpassbeseitigung im Knoten Frankfurt/M ein konkreter Finanzbetrag von über 900 Mio Euro vorgesehen. Mit diesem - im Vergleich zum Sinnlos-Projekt "Stuttgart 21" erheblich geringeren - Betrag können eine ganze Reihe extrem lästiger Verspätungsursachen beseitigt werden. Aus Fahrgastsicht besonders wichtig ist der Ausbau zwischen Frankfurt Süd und dem Hauptbahnhof von jetzt zwei auf dann vier Gleise.

Aus diesen Fakten leitet der Fahrgastverband drei klare Forderungen ab:

1. Der Bund muss den Finanzierungsrahmen festlegen, also konkret benennen, in welchen Jahren wie viel Mittel für den Ausbau vorgesehen sind.

2. Nach der Festlegung des Finanzierungsrahmens soll die Deutsche Bahn zeitnah das Raumordnungsverfahren vorbereiten. Ein Raumordnungsverfahren für den Streckenausbau im Bahndreieck zwischen Fulda, Frankfurt und Würzburg ist zwingend erforderlich, da dort - und nur dort! - die verschiedenen Trassierungsvarianten gegeneinander abgewogen werden können. Ohne diese Trassenfestlegung sind viele überfällige Ausbaumaßnahmen besonders in den Bahnhöfen mangels Planungssicherheit nicht möglich.

3. Bund, Bahn und Land werden ermuntert, das Projekt stufenweise umzusetzen. Nach konkreter Festlegung des Gesamtprojektes im Raumordnungsverfahren sind anschließend die besonders drückenden Engpässe vorrangig zu beseitigen. Dazu zählen sowohl der Knotenausbau in Frankfurt/M und Hanau als auch der Bau von Zusatzgleisen zwischen Hanau und Gelnhausen sowie zwischen Fulda und dem Distelrasen. Gerade der mit 180 Mio Euro vergleichsweise preiswerte und vor Ort unstrittige Ausbau zwischen Hanau und Gelnhausen auf durchgehend vier Gleise samt Modernisierung der Bahnhöfe auf der Gesamtsrecke hat einen hohen Nutzen und muss so schnell wie möglich realisiert werden.

Verantwortlich / Ansprechpartner für Rückfragen:

Christian Behrendt

Vertreter von Pro Bahn & Bus e.V. in der Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart

Tel. 0172 6360661

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