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02.08.07

Pro Bahn & Bus möchte die Attraktivität der Lahntalbahn weiter steigern

-Den Stellwerksneubau für eine Modernisierung nutzen-


Der hessische Fahrgastverband Pro Bahn&Bus begrüßt die jetzt bekannt gewordene Modernisierung der Signaltechnik an der Lahntalbahn. Die personalaufwendige Technik, die weitgehend aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts stammt, muss auf den technischen Stand der Zeit gebracht werden. Heute sind die niveaugleichen, d.h über das jeweilige Nachbargleis verlaufenden Bahnsteigzugänge an den meisten Bahnhöfen ein Hindernis für die Fahrplangestaltung: Sie stellen beim Halt von Regionalbahnen betrieblich jeweils kurze eingleisige Abschnitte dar, die von keinem anderen Zug passiert werden dürfen. Kleinere Verspätungen sind die Folge.

Bei einer frühzeitigen und offenen Planung für die Umgestaltungen der Bahnsteiganlagen wären Verbesserungen für die Fahrgäste zu erreichen. Im Rahmen anstehender Umbauten könnte z.B. in Arfurt der Bahnsteig deutlich näher an den Ort gerückt werden. Für solche Projekte müssen sich jedoch die jeweiligen Bürgermeister, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die Lokale Nahverkehrsgesellschaft (LNG) gemeinsam und nachdrücklich einsetzen. Auch liegt es nahe, im Zuge der Stellwerksmodernisierung und des benachbarten B 49-Ausbaues den Leuner Stadtteil Biskirchen endlich mit einer Bahnstation zu versehen.

Die Einsparung des bislang notwendigen stationären Personals sollte genutzt werden, um mit zusätzlichen Fahrzeugen einen besseren Taktverkehr anzubieten, außerdem könnten Zugbegleiter auf allen Zügen für den persönlichen Fahrkartenverkauf sorgen. Das hätte den Vorteil, dass sich die Schwarzfahrer- und Vandalismusquote gegen Null senken ließe. Dieses Denkmodell setzt allerdings voraus, dass die Bahn den Rationalisierungseffekt in Form gesenkter Trassenpreise an die Besteller weitergibt. Besteller der Verkehrsleistungen in Hessen ist der Rhein-Main-Verkehrsverbund. In Rheinland Pfalz koordiniert der "Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Nord" das Angebot. In Hessen sind Landkreise und Gemeinden anteilig an der Finanzierung der Zugfahrten beteiligt.

Der hessische Fahrgastverband Pro Bahn & Bus bittet die Städte und Gemeinden außerdem, Überlegungen bezüglich der Bahnhofsgebäude anzustellen. Nach einem Stellwerksneubau wird die Deutsche Bahn keinerlei betriebliche Aufgaben vor Ort mehr wahrnehmen und die bislang noch intakten Warteräume voraussichtlich sperren. Damit kein Verfall eintritt, sollten sich die Kommunen frühzeitig über Nutzungskonzepte Gedanken machen. Mit gutem Beispiel ist die Stadt Weilburg voran gegangen: Der dortige Bahnhof nimmt eine Mobilitätszentrale, einen Laden mit "Tankshop-Sortiment" sowie demnächst ein Touristenhotel auf. Die meisten Bahnhöfe im Lahntal besitzen einen Denkmalcharakter und können nicht ohne weiteres abgerissen werden.

Ideal wäre es, wenn Bahn, RMV sowie die Landkreise und Kommunen ein Modernisierungsabkommen vereinbaren würden. Friedrich Lang vom hessischen Fahrgastverband: "Die Landräte entlang der Lahntalbahn sollten sich genau so hinter ihre Strecke klemmen, wie es unlängst ihr Odenwälder Amtskollege Horst Schnur für `seine Odenwaldbahn` getan hat."

Kontakt: Friedrich Lang, Tel. 06441 449741
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