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03.12.09

Die Ausschreibung der Lahntalbahn bietet Chancen für weitere Verbesserungen



Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) veröffentlichte kürzlich das Ergebnis der Verkehrsausschreibung für den hessischen Teil der Lahntalbahn, die Vogelsbergbahn und die Rhönbahn. Demnach fährt ab Ende 2011 die Hessische Landesbahn (HLB) den Nahverkehr mit neuen Triebwagen. Die HLB bewährt sich bereits seit 10 Jahren im Wetterauer Schienennetz, unter anderem zwischen Gießen und Gelnhausen, und auch auf der Taunusbahn.

Die Gleisanlagen, die Pflege der Stationen und die Betriebsabwicklung in den Stellwerken verbleiben auch nach den Verkehrsausschreibungen bei der Deutschen Bahn AG. Dennoch ist die Staatsbahn durch die Ausschreibung von Arbeitsplatzverlusten betroffen - bei der Hessischen Landesbahn sind dagegen Zuwächse zu erwarten. Unklar ist derzeit noch, wo die neuen Triebwagen gewartet werden. In der Vergangenheit konnte die DB-Werkstatt Limburg auch Aufträge privater Bahnen gewinnen.

Für den hessischen Fahrgastverband Pro Bahn & Bus ist die Frage nach dem Gewinner der Ausschreibung nachrangig. Private Bahnen und DB-Tochtergesellschaften wie die nordhessische "Kurhessenbahn" seien in Sachen Pünktlichkeit, Kundenservice und Sicherheit absolut vergleichbar. Die Pünktlichkeit werde zudem vielfach durch den Ausbaustand der Strecken beeinflusst - und da gebe es in Mittelhessen noch viel zu tun.

Die bei Pro Bahn & Bus organisierten Fahrgäste erwarten, dass der Kostengewinn durch die Ausschreibung an die Kunden weitergegeben wird, und zwar im Sinne eines erweiterten Fahrplans. Die Ausweitung des Wochenendangebotes auf einen Stundentakt sei überfällig, denn heute komme es an schönen Tagen zu Überfüllungen durch Rad- und Kanufahrer mit teilweise tumultartigen Szenen. Darüber hinaus müsse der Abendverkehr wieder auf die Schiene verlagert werden. Der Spätbus aus Wetzlar bzw. Limburg habe sich nicht bewährt.

Leider hätten es der Rhein-Main-Verkehrsverbund und sein rheinland-pfälzischer Partnerverband versäumt, die Lahntalbahn gemeinsam auszuschreiben. Wäre dies geschehen, könnte der Umsteigezwang in Limburg bei den Regionalbahnen entfallen, was besonders die Freizeitreisenden begrüßen würden. Pro Bahn & Bus sieht eine letzte Chance für umsteigefreie Züge, nämlich dann, wenn die Hessische Landesbahn und ihre vorwiegend in Rheinland-Pfalz tätige Tochtergesellschaft Vectus kooperieren und die typgleichen Fahrzeuge beider Gesellschaften zwischen Koblenz und Fulda durchfahren. Der RMV und der Zweckverband Schienenpersonen-Nahverkehr Nord in Rheinland-Pfalz sollten sich in dieser Frage flexibel zeigen und das Wohl der Fahrgäste über Verwaltungsgrenzen stellen.

Pro Bahn & Bus hofft, dass mit der Verkehrsausschreibung der Lahntalbahn der Grundstein für weitere Verbesserungen gelegt wird. Beispielhaft sei die Entwicklung in Weilburg, wo die Stadt sich des Bahnhofsgebäudes und dessen Umfeldes angenommen und darüber hinaus den Planungsprozess für eine neue Station im touristisch interessanten Stadtteil Kirschhofen in Gang gesetzt habe.

Mit neuen Stationen kann nach Meinung von Pro Bahn & Bus die Wohnqualität in den Lahntalgemeinden entscheidend verbessert werden, denn sie erhalten direkte und schnelle Verbindungen nach Gießen, Wetzlar und Limburg. Pro Bahn & Bus schlägt einen neuen Haltepunkt im Giessener Univiertel (z.B. an der Ebelstraße) vor, damit die Hochschule aus dem Lahntal und der Vogelsbergregion schnell erreichbar wird. Im Lahntal sollten neue Stationen in Leun-Biskirchen, in Villmar-Arfurt (als Ersatz für den außerhalb gelegenen alten Bahnhof) und im Stadtgebiet von Wetzlar (Altenberger Straße / Hessentagsgelände 2012) geprüft werden. Denkbar seien neue Stationen jedoch nur, wenn sich die Städte und Gemeinde dafür einsetzten.

Verantwortlich / Ansprechpartner für Rückfragen:

Friedrich Lang, Mitglied des Vorstands

Tel. 06446 6978
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