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07.08.09

Schnellfahrstrecke nach Wiesbaden darf keine Investitionsruine bleiben


Der hessische Fahrgastverband Pro Bahn & Bus und der Deutsche Bahnkundenverband mit Sitz in Berlin fordern für die Anbindung der Städte Wiesbaden und Mainz an die Schnellfahrstrecke Köln - Rhein-Main ein sinnvolles Fahrplankonzept. Außerdem soll der Neubaustrecken-Ast durch eine neue Verbindungskurve bei Wallau für den schnellen Regionalverkehr innerhalb des Rhein-Main-Gebietes nutzbar werden.

Der ca. 10 Kilometer lange entlang der Autobahn A66 verlaufende Ast der Neubaustrecke wurde 2002 zusammen mit dem Milliardenprojekt ICE Köln - Rhein-Main eröffnet. Heute nutzen ihn ganze zwei (!) ICE-Züge pro Tag und Richtung. Am Wochenende herrscht Betriebsruhe. Anfangs wurde der Wiesbadener Ast noch im Zweistundentakt von einer ICE-Linie Köln - Wiesbaden/Mainz - Mannheim - Stuttgart befahren.

In der ursprünglichen Planung war noch eine "Erbenheimer Kurve" zur Umfahrung des Kopfbahnhofs Wiesbaden vorgesehen, wodurch sich die Reisezeit für diese ICE-Linie deutlich reduziert hätte, allerdings unter Verzicht auf den Halt in Wiesbaden. Für diese "Erbenheimer Kurve" hatte die Deutsche Bahn Bundesmittel in Höhe von 44 Millionen Euro erhalten, aber nicht verbaut. Dafür wurde das Staatsunternehmen 2008 vom Bundesrechnungshof kritisiert.

Von höherem Verkehrswert ist nach Ansicht von Pro Bahn & Bus und dem Deutschen Bahnkundenverband das Projekt "Wallauer Spange". Diese Spange könnte den kaum genutzten Wiesbadener Ast der Schnellfahrstrecke mit den wichtigen Bahnhöfen Frankfurt Hbf und Frankfurt Flughafen verbinden. Derzeit ermöglicht der Wiesbadener Ast nur Fahrten in und aus Richtung Norden - und damit am Kern des Rhein-Main-Gebietes vorbei.

Würde die "Wallauer Spange" gebaut, so könnten beispielsweise die ICE-Züge der Linie Dresden - Erfurt - Frankfurt - Wiesbaden den Bahnhof Wiesbaden schneller erreichen. Diese Linie stellt mit den Stationen Bad Hersfeld und Fulda auch wichtige Verbindungen innerhalb Hessens her. Von noch größerer Bedeutung wäre die "Wallauer Spange" für den hochwertigen Regionalverkehr innerhalb des Rhein-Main-Gebietes. Die Landeshauptstadt ist heute mit der S8, der S9 und der ICE-Linie nach Dresden an den Flughafen Frankfurt angebunden, die kürzeste Fahrzeit liegt bei 29 Minuten. Durch die Wallauer Spange ließe sich die Fahrzeit ungefähr halbieren. Durch einen weiteren Haltepunkt im Bereich Wallau, Delkenheim oder Nordenstadt würde sich der Wohnwert in diesen Gemeinden deutlich verbessern.

Befahren werden sollte die "Wallauer Spange" nach Ansicht der beiden Verbände von gut ausgestatteten Regionalexpress-Zügen (RE). Denkbar wäre die Führung der künftigen Rheingau-Regionalexpresslinie über Wallau und Frankfurt Flughafen nach Frankfurt/M Hbf sowie die Verlängerung der RE-Züge aus Fulda ab Frankfurt/M Hbf über den Flughafen nach Wiesbaden.

Wolfgang Klapdor, Vorsitzender des hessischen Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus: "Eine aktuelle Kostenschätzung für die Wallauer Spange liegt uns nicht vor. Der RMV ging in seinem Regionalen Nahverkehrsplan 2004 von ca. 58 Mio. EUR Baukosten aus und bescheinigte dem Projekt einen sehr guten Nutzen-Kosten-Faktor von 2,5. Mit den 44 Millionen Euro, welche die Bahn für die Erbenheimer Kurve kassiert aber nie verbaut hat, wäre ein Großteil der Kosten gedeckt. Verkehrlich wäre die Wallauer Spange von deutlich höherem Wert als die nie realisierte Erbenheimer Kurve."

Verantwortlich / Ansprechpartner für Rückfragen:

Wolfgang Klapdor

Mobil-Tel. 0177 788 118 2
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