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21.02.09

Pro Bahn & Bus fordert Raumordnungsverfahren für Zusatzgleise der Kinzigtalbahn



Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus erwartet von der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik klare Signale zum Ausbau der Kinzigtalbahn. Die Schieneninfrastruktur zwischen Erfurt, Fulda, Frankfurt/M und Würzburg befindet sich weitgehend noch im Leistungszustand der 1960er Jahre. Der Ausbau erzielt eine hohe Netzwirkung für gleich mehrere Hauptverkehrskorridore. Profitieren wird besonders der regionale Schienenverkehr.

„DB Netz braucht Finanzierungsklarheit, damit das seit Jahren verschleppte Raumordnungsverfahren endlich eingeleitet und die teils völlig haltlose, öffentliche Phrasendrescherei zu einzelnen Trassenvarianten qualifiziert beendet wird“, sagt Christian Behrendt, Sprecher von Pro Bahn und Bus innerhalb der hessisch-bayerischen ‚Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart’ (einem seit 2001 bestehenden Zusammen-schluss verschiedener Verkehrs- und Umweltverbände).

Der Bau von zwei Zusatzgleisen ist nicht nur seit langem im Bundesverkehrswegeplan als „Vordringlicher Bedarf“ verankert, sondern auch fester Bestandteil des Projektpaketes „Frankfurt RheinMain plus“. Das Land Hessen, der Ballungsraum Frankfurt Rhein-Main, der Rhein-Main-Verkehrsverbund sowie DB Netz haben dieses integrierte Programm bereits in der vorletzten Legislaturperiode des hessischen Landtages entwickelt und seit dem schrittweise vorangetrieben. Die verkehrlichen Interessen der Zentren und Regionen Hanau, Aschaffenburg, Fulda und Bad Hersfeld/Bebra sind mit denen von Frankfurt/M, Würzburg und Eisenach/Erfurt gleichgerichtet. Auch auf lokaler Ebene sind integrierte Lösungen nicht auf Kosten, sondern zum Nutzen der Nachbarn möglich.

Der stellvertretende RMV-Aufsichtsratsvorsitzende, Herr Dr. Kavai, bewegt sich mit seinen aktuellen Äußerungen somit in einem inhaltlich sinnvollen, seit Jahren bekannten Beschlussrahmen.

Die Verbände der ‚Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart’ hatten bereits vor Jahren eine eigene Trassenvariante entwickelt und konstruktiv eingebracht. Ziel war, die Kinzigau im unmittelbaren Kurbereich von Bad Soden zu schonen sowie eine Neuzer-schneidung südlich von Steinau zu vermeiden. Eine weitgehende Trassenbündelung mit der A66 ist sowohl für den Bau als auch den späteren Eisenbahnbetrieb vorteilhaft. Lediglich im Bereich der Ortslagen von Salmünster und Wirtheim ist aufgrund lokaler Gegebenheiten eine solche Trassenbündelung nicht sinnvoll.

Im Gegensatz dazu haben Teile der Ausbauverhinderungs-BIs bislang nur Problembeschwörungs-Lyrik abgesondert, ohne realistische Vorschläge zur Lösung eben dieser Probleme vorzulegen. Kernpunkt dieses künstlichen Konfliktes ist die aufgebauschte Gretchenfrage „Kinzigtal gegen Spessart“, bei dem den politischen Entscheidern ein höchst vordergründiges Abwägungsprimat nach Anzahl von Wählerstimmen suggeriert werden soll. Eisenbahntechnisch ist dies nicht nachvollziehbar!

Im Interesse von Fahrgästen, verladender Wirtschaft und Trassenanliegern stellen wir daher nochmals fest:


    - Ein Problem muss dort gelöst werden, wo es (verkehrs)geographisch besteht.

    - ‚Doppelte Gleisanzahl’ bedeutet weder ‚doppelte Zugzahl’ noch ‚doppelter Lärm’.

    - Niemand will eine Hochgeschwindigkeitsrennstrecke für 280 bis 350 km/h.

    - Im Mittelpunkt der Ausbaupläne stehen qualitative Faktoren wie Pünktlichkeit, Anschlussfreundlichkeit des Fahrplangefüges, die Schaffung ausreichender Kapazitätsreserven sowie die Sicherstellung wirksamer Lärmschutzmaßnahmen.

    -Es ist weder redlich noch der Region dienlich, gestiegene Belastungen durch Straßen- und Flugverkehr zu beklagen, als ‚Lösung’ dann aber ausgerechnet beim Öffentlichen Verkehr überfällige Angebotsverbesserungen infrastrukturell zu blockieren.

    -Von hohem Erkenntniswert: Die „Widerstandshochburgen“ Bad Soden-Salmünster und Steinau weisen zugleich das mit Abstand lausigste Busangebot im gesamten Kreis auf. Wer die Menschen so geradewegs aufs Auto zwingt, sollte sich nicht wundern, wenn vom zunehmenden Straßenverkehr dann vielfältige Belastungen ausgehen.


Sprachschöpfungen wie „Superlärmgau“ (für die verkehrlich am wenigsten belasteten Abschnitte der gesamten A66 und weitab von echten Fluglärmbrennpunkten wie Offenbach, Hanau oder Rodenbach) und Stilblüten wie (Zitat aus den KN vom 18.2.2009): „Er greift auf diese Weise einem noch nicht erstelltem Raumordnungsverfahren vor, um eventuell Fakten zu schaffen, deren Kostennachteil er bereit ist zu ignorieren“ mögen zur Not noch als gelungener Beitrag zur Fünften Jahreszeit durchgehen.

Die Unterstellung, „...Milliarden von Steuergeldern (zu) investieren, um ein bürgerfeindliches, menschenverachtendes Projekt zum Ende zu bringen...“ gerät dann allerdings zur vollendeten Entgleisung, die wir in aller Form zurückweisen.

Verantwortlich / Ansprechpartner für Rückfragen:

Christian Behrendt
Pro Bahn & Bus-Sprecher innerhalb der „Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart“
Mobil-Tel. 0172-6360661
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