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26.01.08

Wetterau: Jetzt weiter in die Schiene investieren


Der ländliche Raum der östlichen Wetterau gehört in Sachen Wohnwert und Wirtschaftskraft derzeit nicht gerade zu den Aufstiegskandidaten in Hessen. Eher ist eine Stagnation festzustellen. Eine modern ausgebaute Bahnanbindung kann diese Stagnation, auch in Sachen Bevölkerungsentwicklung, in der Region stoppen. Den ersten Schritt in diese Richtung ist die Stadt Nidda mit der dieser Tage eingeleiteten Modernisierung ihres Bahnhofes gegangen. Nun müssen weitere folgen.

Durch einen schnellen Taktverkehr auf den Schienenstrecken Gießen - Nidda - Gelnhausen und Nidda - Friedberg - Frankfurt mit Zubringer-Buslinien und Park- und Ride-Plätzen lässt sich die Regionalentwicklung nach Ansicht des hessischen Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus weiter positiv beeinflussen. Leider misst die Mehrzahl der Parteien in den Kommunen an den Strecken ebenso wie die hessische Landesregierung und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) dem nicht die notwendige Bedeutung zu. Die meisten politischen Vertreter setzen vielmehr auf einen weiteren Ausbau der Straßen. Dabei enden schon heute die meisten Autofahrten zu den Hauptverkehrszeiten in Staus vor den Städten Gießen, Friedberg oder Frankfurt. Der RMV hat auf Geheiß der Landesregierung den Schienenverkehr im ländlichen Raum in den letzten Jahren überproportional zusammengestrichen. Bei dem Zugabbau waren auch Pendlerzüge der Strecken Gießen - Nidda - Gelnhausen und Nidda - Friedberg betroffen, einer davon als durchgehende Verbindung nach Frankfurt, während beispielsweise der Odenwald ohne Streichungen davon kam.

Der hessische Fahrgastverband Pro Bahn & Bus fordert daher von einer neuen Landesregierung folgende fünf Schritte zur Verbesserung der Bahn-Infrastruktur in der östlichen Wetterau:

- Ausbau der Signaltechnik, damit die Strecken zügiger und zuverlässiger befahren werden können. Einrichtung zusätzlicher Begegnungsbahnhöfe.

- Erhöhung der Fahrgeschwindigkeiten auf den meist großzügig trassierten Strecken.

- Neubau von Stationen überall, wo Menschen wohnen und arbeiten. Die entsprechenden Orte müssen dann nicht mehr mit dem Bus bedient werden, was vielfach Kosten spart. Modernisierung der übrigen Stationen.

- Ein besseres Fahrplanangebot mit zusätzlichen Verbindungen am Wochenende und am Abend. Rücknahme der Zugstreichungen.

- Sicherung der Anschlüsse während der Umbauphase am Bahnhof Gießen.

Das Maßnahmenbündel führt zusammen mit guten Tarifangeboten wie den Jobtickets und den Semestertickets dazu, die östliche Wetterau-Region als Wohnort attraktiver zu machen. Eine attraktive Bahnanbindung ist ein wichtiger Standortfaktor beispielsweise für die Auswahl von Baugrundstücken. Die künftige Regierung in Wiesbaden kann am Beispiel des Wetterauer Bahnnetzes zeigen, ob sie in benachteiligte Regionen zu investieren bereit ist - oder nur in den Ballungsraum Rhein-Main. Aber auch die Kommunen vor Ort müssen sich stärker als bisher engagieren. Die gerade in Modernisierung befindliche Niddertalbahn von Stockheim nach Bad Vilbel ist dafür beispielhaft.

Informationen/Kontakt über die Landesgeschäftsstelle
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